Mittwoch, 29. April 2009

Finanzkrise - Das Geheimnis des BoA Milliarden Gewinns

Der stolze Quartals Gewinn der Bank of America (BoA) von 4,2 Mrd. USD setzt sich wie folgt zusammen:

- 1,9 Mrd. USD kommen aus dem Verkauf der Anteile an der China Construction Bank und sind damit einmalig und
- 2,2 Mrd. USD kommen aus der neuen Bewertung der Merrill Lynch-Anleihen.
- Die neuen FASB "Casino"-Bewertungs-Regeln haben auch zum "Glanzresultat" mitgeholfen

Unter dem Strich wurde ein Null-Gewinn aus dem Kerngeschäft erwirtschaftet.

Der Konzern stockte seine Vorsorge für Kreditausfälle um 6,4 Mrd. USD auf 13,4 Mrd. USD auf. Gleichzeitg gibt der Konzern zu, dass sich die Kreditqualität in allen Geschäftsfeldern verschlechtert habe (die BoA hat ausstehende Kredite von rund 1 Bio. USD, denen nur Reserven von 2,9% gegenüber stehen). Im Kartengeschäft wurde jetz schon ein Minus von 1,8 Mrd. USD verbucht.

Dienstag, 28. April 2009

Finanzkrise: Zweite Pleitewelle in Sicht?


Risikoprämien auf Bankanleihen sind am Steigen

Die Kreditversicherungen stehen trotz weltweiter Milliarden Hilfen für den angeschlagenen Finanzsektor auf Rekordhöhe. Dass die Risiko-Prämien gleich hoch sind, wie nach der Lehman Pleite widerspiegelt den Angstfaktor nach weiteren grösseren Pleiten Risiken.

Nachdem die Risikoprämien der Credit Default Swaps (CDS) auf unter 150 Basispunkte gefallen sind, liegen sie im Durchschnitt (!) aller Emittenten bereits wieder deutlich über 200 Punkte. Dem Niveau kurz nach dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers im vergangenen September.

Investiert ein Investor 10 Mio. Euro in eine Bankanleihe, muss dieser im Schnitt 200.000 Euro bezahlen, um das Risiko des Emittenten abzusichern.

Das Insolvenzrisiko ist für Zertifikatekäufer von grosser Bedeutung. Denn bei den Produkten handelt es sich um Inhaberschuldverschreibungen; geht der Emittent pleite, ist die Rückzahlung des Kapitals gefährdet. Die Entwicklung der CDS zeigen auf, wie hoch der Markt das Pleiterisiko einer Bank einschätzt.

Insgesamt hat sich der Derivatemarkt im ersten Quartal schwach entwickelt. Mit 29.000 Zertifikaten wurden deutlich weniger aufgelegt als im Vorjahreszeitraum, als es 42.000 Neuemissionen gab. Dies spricht für eine weiterhin grosse Zurückhaltung der Anleger.

Der Börseneinbruch bis März hat dazu geführt, dass bei zahlreichen Produkten die Risikopuffer gerissen wurden mit der Folge, dass die Bonusrenditen verfielen. Über alle Produktkategorien hinweg lag die sogenannte Knock-in-Quote bei 62,4 Prozent. Damit hat bei fast zwei Dritteln der Produkte der Risikopuffer nicht ausgereicht. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im dritten Quartal 2008 lag der Wert bei 11,8 Prozent.

Freitag, 24. April 2009

Finanzkrise und Kreditkrise - die neuesten Steuerlinks

Die neuesten Steuerlinks zu Themen, die auf den Nägeln brennen.

Dank Finanzkrise: Credit Suisse grösste Schweizer Bank

CS Marktkapitalisierung ist 26 Prozent höher als die der UBS

Am 23.04.2009 "kostetet die CS" (1,185 Mrd. Aktien) bei einem Aktienkurs von 43,20 CHF 51,176 Mrd. CHF.

Die Aktien der UBS dösen immer noch im Kriechgang vor sich hin: Die 2,933 Mrd. UBS Aktien (Schlusskurs pro Aktie 13,81 CHF) brachten die UBS auf eine Kapitalisierung von "nur noch 40,499 Mrd. CHF".

Wegen des unerwartet hohen Quartalsgewinns der Credit Suisse von 2 Mrd. CHF Gewinn gewannen die Aktien 8,8 Prozent höher (UBS Aktien +4,1%) um 4,1 Prozent ab.

Die US Research- und Consulting Firma Celent in Bosten zeigt grosse Euphorie und spricht von einem guten Indikator, dass der Schweizer Bankensektor auf bessere Tage zusteuere. Kein Wort über die Bewertungen der "schwarzen Löcher" in den Bankbilanzen, den Engagements bei US-Kreditkartenrisiken, den fragwürdigen Rückzahlungen der Osteuropa Krediten, den Liquiditätsfallen...

Donnerstag, 23. April 2009

Finanzkrise – Osteuropakredite - wird die Schweiz in den Euro gedrängt?


Die SNB (Schweizerische Nationalbank) gibt zu, dass die ausstehenden Frankenkredite in Zentral- und Osteuropa rund 75 Milliarden Franken betragen. Insbesondere Ungarn und Polen, die beiden Länder, deren Pleite-Risiken sehr hoch sind, sind die grössten Schuldner.

1) Doch die Schweizerische Regierung verniedlicht, dass die Risiken auf den Frankenkrediten geringer sein dürften, als allgemein angenommen. Zudem würden sich die Frankenkredite auf Haushalte und Firmen konzentrieren, die entweder eine hohe Risikofähigkeit besitzen oder Einkünfte in fremder Währung aufweisen.

Falsch gedacht und Falschinformation: Gerade die Haushalte leiden am meisten unter der Finanzkrise, da die Arbeitslosenrate steigt rasant, während die Arbeitnehmer Lohnrückstufungen hinnehmen müssen. Die gesamten CHF-Kredite dürften jedoch knapp 200 Mrd. CHF betragen, oder mehr als die doppelte Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandprodukt BIP) von 2008 oder 170% der gesamten Staatsverschulung der Eidgenossenschaft.

2) Die Regierung beruhigt auch, dass „die Frankenkredite in Polen und Ungarn die Geldpolitik der SNB nicht beeinflusse. Die Nationalbank führt aber mit der polnischen und ungarischen Zentralbank Devisenswaps durch, bei welchen die beiden Zentralbanken bei der SNB Schweizerfranken gegen Euro beziehen können. Diese Swapgeschäfte dienen der polnischen und ungarischen Zentralbank zur Sicherung von Franken-Liquidität für den einheimischen Bankensektor.

Gelogen: Swaps schieben die Kreditverpflichtungen in die Zukunft mit dem Nebeneffekt, dass die fälligen Zinsen die Schulden meistens noch aufstocken…

Gründe der Misere

Schweizer Banken haben traditionell tief verzinsbare CHF-Milliardenkredite nach Osteuropa vergeben – nun können die Kunden die Gelder nicht zurückzahlen. Droht der Schweiz dasselbe Schicksal wie Island.

Boomtown Warschau: Kredite in Franken haben das rasante Wachstum in vielen Ländern Osteuropas angekurbelt. Jetzt kommt die Quittung. Und wieder bestätigt sich das Börsen-Bonmot „THERE IS NO FREE LUNCH.

Die Finanzwelt befürchtet ein böses Erwachen, Wird das Ende des CHF eingeläutet.

Denn Länder in Polen, Ungarn und Kroatien ist der Franken zur wichtigen Fremdwährung geworden. Tausende Haushalte und Kleinfirmen nahmen ihre Kredite wegen tieferen Zinsen in CHF auf, und nicht in den Landeswährungen Zloty, Forint oder Kuna. In Ungarn sind 31 Prozent aller Kredite in der Schweizer Währung ausgestellt, bei den privaten Haushaltskrediten sind es fast 60 Prozent.

Kreditnehmer können nicht mehr bezahlen

Nun hat die Finanzkrise die Ära der günstigen Kredite beendet: Die Ostwährungen sacken ab. Ende September musste man für 100 polnische Zloty noch 46 Franken bezahlen, heute sind es 30 Franken. Das heisst: Immer mehr Kreditnehmer kriegen Probleme mit den Zinsen und bei der Abzahlung. Die Frage ist also, wie sich das auf den Schweizer Finanzplatz auswirkt.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Es ist anzunehmen, dass ein beträchtlicher Teil der insgesamt 200 Milliarden Dollar Osteuropa-Kredite in Schweizer Franken ausgestellt wurden. Gemäss einem Bericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sind weltweit Franken-Kredite im Gegenwert von rund 675 Milliarden Dollar im Umlauf – davon wurden etwa 150 Milliarden direkt von der Schweiz, 80 Milliarden von Grossbritannien sowie rund 430 Milliarden Dollar über Offshore-Finanzzentren vergeben. Wieviele dieser Kredite faul sind, ist nicht bekannt. Doch schon wenn die Ausfallrate 20 Prozent beträgt, würden die Banken viel Geld verlieren.

Muss nun die Schweizer Regierung eingreifen? Muss die EZB einspringen?

Wenn die Banken einen massiven Abschreibungsbedarf durch solche Kredite haben, muss ab einer bestimmten Grössenordnung der Staat eingreifen. Dies geschieht bereits durch die Schweizerische Nationalbank: In Polen hat sie der dortigen Zentralbank mehrere Milliarden Franken zur Verfügung gestellt, damit polnische Banken die Kredite decken können. Zugleich hat die schweizerische Nationalbank bereits bei der Europäischen Zentralbank angefragt, ob ihr diese im Notfall Geld ausleihen könnte. Dies ist ein klares Warnzeichen, dass der schweizerische Franken in Bälde unter einen enormen Abwertungsdruck geraten könnte.

Bei den Schweizer Banken ist das Thema NOCH tabu

Nun müssen die möglichen Verluste durch diese Kredite auf den Tisch; vor allem müssen alle möglichen osteuropäischen Risiken lückenlos offengelegt werden. Zusammen mit den Kreditausfällen von UBS und Credit Suisse könnte der gesamte Abschreibungsbedarf für die Schweiz die Grössenordnung des Schweizer Bruttosozialprodukt übersteigen.

Die Konseqenz des Osteuropa Debakels
Der Schweiz dürfte wie Island der mögliche Staatsbankrott drohen. Eine Folge davon wäre, dass die schweizerische Währung massiv an Wert verlieren könnte, möglicherweise sogar crasht. Alternativ würde die Bonität der Schweiz radikal zurückgestuft werden. Dies wäre das Ende des Bankenplatzes Schweiz und der CHF eine Weichwährung. Als Konsequenz dürften die Schweizer gezwungen werden den Euro zu übernehmen.


 
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